Ausbildung für Menschen mit Handicap

Seit Firmengründung im Jahr 1946 hat die Handicap-Ausbildung in unserem Ausbildungsbetrieb einen besonderen Stellenwert. Moderne Schulungsfahrzeuge mit technisch ausgefeilten Umbauten helfen viele Arten von Handicaps zu kompensieren und geben somit den Fahrschülern die Möglichkeit, am Straßenverkehr teilzunehmen und somit an Lebensqualität zurückzugewinnen.

Das Wichtigste zuerst:

Die finanzielle Hilfe von Kostenträgern

Die Grundlagen hierfür regelt die Kraftfahrzeug-Hilfeverordnung (KfzHV vom 30.9.1991) oder das Sozialhilferecht. Kostenträger können dann zum Beispiel die Agentur für Arbeit, die BfA und die LVA sein. Handelt es sich um Arbeitsunfälle, ist die Berufsgenossenschaft zuständig.

Ist die finanzielle Seite seitens der Kostenträger geklärt, kann der Führerscheinantrag gestellt werden. Hierbei stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

Fachärztliches Gutachten

Dem Führerscheinantrag muss ein positives fachärztliches Gutachten, bezogen auf die Kraftfahreignung in Anlehnung an die Schriftenreihe der BAST, beigefügt werden.

Bei einem persönlichem Begutachtungstermin in der Fahrschule wird im Vorfeld durch ein Probesitzen, unterstützt durch entsprechende „Trockenübungen“ wie z.B. Erreichbarkeit des Lenkrads und der anderen Bedienteile, festgelegt, welche Hilfemittel zum Einsatz kommen müssen.

Dies muss dann später durch einen amtlichen Sachverständigen bei  einer Begutachtungsfahrt geprüft und in einem Gutachten festgelegt werden. Nun kann die theoretische Ausbildung abgeschlossen werden.

Vorbereitung auf die Fahrprobe

Anschließend folgt die Vorbereitung auf die Fahrprobe zur Festlegung der technischen Hilfsmittel bzw. Umrüstung durch den amtlichen Sachverständigen. Diese können an Hand von Schlüsselzahlen im neuen Führerschein eingetragen werden. Jetzt steht der Teilnahme am Straßenverkehr nichts mehr im Wege.

Seit Anfang 2011 steht neben dem Fahrzeug für die Handicapschulung der Klasse B nun auch ein Fahrzeug für die Klassen C und CE bereit. Es gibt Fahrerinnen und Fahrer, die die Fahrerlaubnis Klasse C oder CE besitzen oder erwerben wollen die Möglichkeit, bei Verlust des rechten oder linken Beins wieder in den Beruf des Kraftfahrers zurückzukehren oder den Beruf des Kraftfahrers zu erlernen.

Unter gewissen behördlichen Voraussetzungen ist dies auch für Busfahrer bei einer Wiedereingliederung in den Beruf möglich.

Praktische Ausbildung

Im Anschluss folgt nun die praktische Ausbildung. In unserer Fahrschule haben Führerscheinbewerber den großen Vorteil, die ersten Fahrstunden auf unserem hauseigenen Verkehrsübungsplatz in aller Ruhe ohne jegliche Fremdeinwirkung durchzuführen. Dies ist besonders beim Erlernen mit umgerüsteten Fahrzeugen von Vorteil.

Wenn der sichere Umgang mit dem umgerüsteten Fahrzeug gewährleistet ist, geht es dann in den Realverkehr.

Anwärter, die bereits über einen Führerschein verfügen, sind verpflichtet, körperliche Verschlechterungen (spätere Handicaps) beim Straßenverkehrsamt zu melden. Sie laufen sonst Gefahr, im Falle eines selbstverschuldeten Unfalls den Versicherungsschutz zu verlieren.

Auch hier muss der Meldung ein medizinisches Gutachten in Bezug auf die Kraftfahrtauglichkeit (nach Richtlinie der BAST) beigefügt werden.

Noch ein wichtiger Tipp:

Wenn Sie ein Fahrzeug kaufen wollen, mit oder ohne „Umbau“, oder nur den Fahrzeugumbau planen, sprechen Sie zuerst mit uns. Die jahrzente lange Erfahrung und der Kontakt zu Umbaufirmen auch in unserer Nähe, kann Ihnen unnötige Kosten und Zeitverlust sparen.

Der betreuende Fahrlehrer ist gelernter Kfz-Mechaniker und Walter Kreiter Dipl. Ing. mit Fachrichtung Kraftfahrzeugbau stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.